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La vie en rose - Eine Entdeckungsreise in Russland

Im September 2018 durfte ich als Fotograf ein wunderbares Projekt der Deutsch-Russischen Gesellschaft in Pereslawl-Salesski begleiten. Das Projekt trägt den Titel "La vie en rose - Das Leben in mir" und ist von der Aktion Mensch gefördert. Es geht hierbei um Bewegungs- und Tanztherapien für Kinder und Erwachsene mit infantiler Zerebralparese. Mit dabei waren in unserem 8-köpfigen Projektteam unter anderem Maria Tietze vom Kunstzentrum "Besondere Menschen" in Ingolstadt, die zusammen mit Katharina Kramer die Workshops leitete. Diese Methode wurde gleichzeitig von Sabine Schäffer von der Tanz-und Kulturwerkstatt evaluiert

 

Menschen mit infantiler Zerebralparese bekommen in Russland oft nicht die nötige Unterstützung aus gesellschaftlicher sowie aus ärztlicher Sicht. Inklusion ist dort ein Thema, das viel rückschrittlicher ist, wie wir es zum Beispiel aus Deutschland kennen. Daher können solche Menschen oft nicht das Potential entfalten, wozu sie absolut in der Lage sind - ein großer Missstand, der auch traurig macht.

Wir hatten circa 20 Teilnehmer, die in 2 Gruppen eingeteilt wurden, jeweils vormittags und nachmittags 3 Stunden standen jeden Tag auf dem Programm. Dabei ging es vor allem darum, das Potential der Menschen zu entfalten. Sie sollten sich selbst und auch ihren Körper und dessen Potential besser kennenlernen. Und schon nach den ersten Minuten am Montagmorgen kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Ich selbst durfte das Ganze uneingeschränkt fotografisch begleiten und auch mit den Teilnehmern Portraitaktionen durchführen. Ähnlich wie ich das schon bei der Fotoaktion im Mai durchgeführt hatte. Dabei entstanden wundervolle Portraits, die die Teilnehmer vor Ort auch direkt als Ausdruck bekamen.
 

Es entstanden so wundervolle Bilder, die natürlich der Tatsache geschuldet war, dass ich von Anfang an absolut fasziniert davon war, wie sich die Teilnehmer entwickelten, wie offen sie waren und wie man die Fortschritte der Laufe der Woche erkennen konnte. 

Am letzten Tag gab es dann eine große Aufführung im Theater in Pereslawl, was als Abschluss für die Teilnehmer eine große Belohnung war, auf so einer Bühne aufzutreten. Für uns ging es anschließend noch für einen Abstecher nach Moskau. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren wir dann alle randvoll mit Eindrücken, Emotionen und vor allem Faszination und Dankbarkeit.

Für ein Land, das einem mit unglaublicher Gastfreundschaft begrüßt, das aber ganz offensichtlich noch viele Dinge vor allem auch im Bereich der Eingliederung von Menschen mit Einschränkungen zu leisten hat. Persönlich bin ich unglaublich dankbar, für die unzähligen besonderen Momente und Begegnungen vor Ort, dafür dass ich das so frei fotografisch festhalten durfte und vor allem den Organisatoren des Projekts, die wahnsinnige Arbeit leisten.

Russland - wir sehen uns.

 
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